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Paludarien
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Baudokumentation zu unserem kleinen PaludariumSchwerpunkt WestafrikaIm Juni 2001 entschieden sich meine Frau Rita und ich dafür zu meinen Eltern in den ersten Stock zu ziehen.
Da die Wohnung umgebaut und renoviert werden mußte, bot es sich an bei dieser Gelegenheit gleich den
Wunsch nach einem Paludarium mit zu realisieren. Nähere Informationen zum Besatz des Beckens finden sich auf meiner Website pipidae.de
meinem Haltungsbericht im Kapitel Zwergkrallenfrösche. Für die Rückwand leistete ich mir eine fertige Aquarienrückwand 'Natur' 120cm von
hobby für 80€, welche nur noch als Ladenhüter
erhältlich ist. Sie sieht sehr natürlich aus und ließ sich nach Ebenschleifen der Auflagepunkte und -flächen
sehr leicht einkleben. Die zur gesamten Breite von 140cm fehlenden Zentimeter der Rückwand glich ich mit an der
Rückscheibe (und der rechten Scheibe) von außen angeklebter schwarzer selbstklebender Folie
d-c-fix aus dem Baumarkt und Auseinanderziehen der
einzelnen Rückwandteile aus. An den Mehrkammerfilter kam links zur Verkleidung eine schwarze Rückwand STR-600
von Juwel. Ich finde, daß zum einem der wesentlich
niedrigere Zeitaufwand und das professionellere Ergebnis den Preis solcher fertiger Rückwände absolut rechtfertigen. Im Aufsatz sind zur Führung der zwei Glasschiebetüren Plastik-M-Profile eingearbeitet, welche im Allgemeinen tauglicher als Aluprofile sein sollen. Der Deckel besteht links und rechts aus Glasscheiben. In der Mitte ist recht grobe Bronzegaze eingesetzt. Nun kamen zwei größere Wurzeln, Bodengrund und Kies in das Becken. Der Landteil wurde erstmal aus Zeitmangel uneingerichtet aufgesetzt und die Beleuchtung installiert. Anschließend wurde Wasser eingelassen und gepflanzt, so dass knapp zwei Wochen später pünktlich zum Umzug Ende November 2001 Fische und Frösche einziehen konnten. Leider erwies sich die erste Kammer des Filters als Todesfalle für Zwergkrallenfrösche, da die Unterkante des Filterschaumblocks höher lag als die Oberkante des Einströmlochs, so dass Zwergkrallenfrösche, die in Panik immer nur nach oben davon schwimmen wollen, den Ausgang nicht fanden und in einem Fall sogar jämmerlich erstickten. Dieses Problem sollen, wie ich von meinem Stamm-AQ-Händler erfuhr, auch einige Fische haben. Zur Abhilfe schob ich den Filterschaumblock einfach nach unten bis seine Unterkante mit der Oberkante des Lochs plan war. Ebenso hatten die Frösche Probleme mit der durchsichtigen Bodenplatte des Plateaus. Weswegen ich eine dünne Schicht Kies vorrübergehend ins Plateau gab. Zu diesem Zeitpunkt entstanden nachts die folgenden Schnappschüsse. Im April 2002 nahm ich mir acht Tage Urlaub um den Landteil einzurichten. Immer abwechselnd baute ich an einem
Bachlauf und gestaltete die Rückwand. Das nächstgelegene Zoogeschäft mit ausreichend vorhandenem Sortiment für
Terrarieneinrichtung fand ich in Zoo Kirsch im 110km
entfernten Nürnberg. Da ich mit der Fertigstellung des Landteil unter Termindruck stand, konnte ich das Material
nicht bei einem Versand über das Internet bestellen. Zunächst zur Entstehung des Bachlaufes: Bei der Konstruktion des Bachlaufs hatte ich einige technische Problemstellungen zu lösen, die mir teilweise sehr
lange Denkpausen kosteten. Zum einem mußte und wollte ich den Mehrkammerfilter komplett verblenden und zum anderen
mußte ich ein Einsetzen und späteres Ausbauen des Wasserförderschlauchs ermöglichen. Auf den Abdeckkasten kam vorne
in Nähe der Schiebetür noch eine kleine Versteckmöglichkeit für spätere Landteilbewohner. Quer über die ganze
Beckenbreite wollte ich den Hauptwasserschlauch ebenfalls verstecken. Hierzu war eine Nut über nahezu die ganze Breite
des Beckens notwendig. In die Rückseite des Bauchlaufs klebte ich mit PU-Schaum zwei Weichholzstücke zum zusätzlichen
Verschrauben mit der Aufsatzrückwand ein. Nach drei Tagen Auslüften kam dann der Ausatz wieder auf das Aquarium zurück. Die folgenden Bilder wurden 10 Tage später aufgenommen. Die emersen Blätter der Anubias barteri und Anubias barteri var. nana haben etwas unter den 10 Tagen niedrigerer Luftfeuchtigkeit gelitten. Sie erholten sich aber recht schnell wieder. Auch die in den Bachlauf eingesetzte Anubias heterophylla treiben schon nach einer Woche wieder neue Blätter aus, die man an der hellgrünen Färbung erkennen kann. Im Bachlauf verbreiten sich so langsam das eingesetzte Teichlebermoos und Javamoos. Allein durch den Bachlauf hat sich die Luftfeuchtigkeit im Paludarium schon merklich erhöht, was man seitdem an den allmorgentlich beschlagenen Scheiben merkt. Hier folgen nun Bilder vom 13.10.2002: Anfang des Sommers erhielt ich von einem Bekannten mehrere Pflanzen und Ableger, Anfang Oktober kamen noch ein paar Ableger aus einem Zoo dazu. Im September wurde eine Strahlerlampe für die Riedfrösche eingesetzt, welche diese nicht benutzten, da sie ja eher nachtaktiv sind. So freuen sich jetzt ein paar Pflanzen über mehr Licht. Im September bemerkte ich nachdem der Bachlauf, da die Filtereinsätze komplett ausgespült wurden, stärker als sonst durchflossen wurde, dass es an der Rückwand des Paludariums stetig tropft. Als Ursache stellte sich heraus, dass der Bachlauf am unteren Stück im Querschnitt stellenweise zu klein dimensioniert wurde und so Wasser und Spritzwasser durch die Hartfaser-Rückwand dringen konnten. Ende September dichtete ich die Stellen nachträglich mit schwarzem AQ-Silikon ab. Durch die vorausgegangenen vier Tage mit deutlich verminderter Luftfeuchte, haben die Pflanzen, vor allem an den mittlerweile stellenweise schon schön 'blühenden' Xaxim-Platten, leider etwas gelitten. Ebenso wohl auch durch den seit einigen Wochen stellenweise vorhanden Algenschleier an Bachlauf und Rückwand. Diesen Schleier beobachte ich und ziehe ihn gelegentlich stellenweise ab und hoffe, dass er auch wieder von alleine verschwindet. Am 13.10.2002 nahmen wir dann den Aufsatz ab und begutachteten die Rückwand. Nach langem Anschauen kam ich zur Erkenntnis, dass der große Wasserfleck wohl ausschließlich auf den mittlerweile 'trockengelegten' Bachlauf zurückzuführen ist. Bei dieser Aktion klebte ich ringsherum Türdichtgummi von unten auf die Auflageflächen des Landteil-Aufsatzes um dadurch den Aufsatz gegenüber dem Aquarium abzudichten, da öfters das Problem auftrat, dass Tropf- und Schwitzwasser aus der Filterkammer durch den Spalt, der durch die bei der Klebung des Aquariums immer entstehenden leichten Höhenunterschiede, außen entlang das Aquarium hinunterfloß. Im Januar 2003 bekam ich von Kriton Kunz fünf Silurana cf. epitropicalis. Leider verschob sich
die seit einigen Monaten vorhandene Siphonabdeckung am Einströmloch des Filters, so dass ein Krallenfrosch
in den Filter hinkam und dort erstickte. Ich kaufte anschließend ein anderes Modell, welches sich in das Loch
hinein setzt, und schob zur Verriegelung ein Stück eines dicken Kabelbinders durch zwei gegenüber liegende Löcher
des Siebs. Im März 2003 hatte ich am Paludarium einen kleineren Wasserschaden: Durch die Decke hindurch lief an einer Nahtstelle von zwei Betondeckenplatten etwas Wasser an
der Wand im darunterliegenden Stockwerk herunter. Vermutlich lief Wasser innerhalb der Durchführung für den Wasserförderschlauch hinunter und lief dann an den Stromkabeln
der Pumpen und des Regelheizers entlang und floß so nach aussen. Da sich seit einiger Zeit auch schon die an den Auflageflächen aufgeklebten Türgummis als untauglich
erwiesen und ich mit der Taschenlampe hinter dem Aufsatz Tropfwasserflecke erkennen konnte, entschloss ich mich den Paludariumaufsatz sofort umzubauen. Zuerst riss ich unter
Herzbluten alle Landteilpflanzen heraus und setzte diese übergangsweise in ein altes 120Liter-Aquarium um. Dann
kam der Aufsatz herunter und das Aquarium wurde mit den Glasschiebetüren abgedeckt. Anschließend rissen meine Frau und ich einen Teil der Xaxim- und Presskorkplatten,
die Türgummis und die Einbauten des Bachlaufs heraus. Der nachfolgende Umbau zog sich über fast zwei Monate hinweg. Leider habe ich alle in dieser Zeit gemachten Bilder
versehentlich gelöscht. Im Mitte 2004 ist das Paludarium in unser neues Haus umgezogen. Nahezu alle Tiere und Wasserpflanzen sind in ein neues grösseres Paludarium umgezogen. Für 2007 habe ich einen Umbau geplant, nachdem das Tropf-, Spritz- und Kondenswasserproblem hoffentlich endlich zu 100% gelöst sein wird. Das BEcken wird so langsam zu einem Westafrika-Biotopbecken und hat momentan folgenden Besatz:
Nach dem Umbau werden irgendwann noch die Hyperolius occidentalis und der Leptopelis viridis in das Becken einziehen. Zur Komplettierung des Tierbesatzes werden dann höchstens ein Pärchen Zwergchichliden in den Wasserteil einziehen. [zurück] © Martin Truckenbrodt 2003-2010 |